BIQ - Algenfassade

Mit seiner auffällig grünen Fassade wurde in Wilhelmsburg ein Pilotprojekt gestartet und sich der Frage gewidmet: Können wir mithilfe von Algen ein energieautarkes Gebäude realisieren?  

3. Beschleunigt die Energiewende

Mit der Idee einer energiegewinnenden Fassade gibt das BIQ einen Ausblick auf energieautarke Gebäude. 

Wo beginnt Nachhaltigkeit im Bauwesen?

Aktionsart: Impulse aus den Büchern “Houses That Can Save the World” und “Verbietet das Bauen”   

Aktionsdauer: ca. 30 Minuten 

Aktionsausrüstung: werden vor Ort bereitgestellt  

Besonderheit: Die Mitmachaktion ist für die beiden Gebäude Woodcube und BIQ  

Die Aktion:  

Der Diskurs um das Thema Nachhaltigkeit im Bauwesen dreht sich häufig um die Frage, wie ein Gebäude nachhaltig werden kann. Zwei Ansätze hierfür wurden in Wilhelmsburg im Woodcube und an der Algenfassade des BIQ in die Realität umgesetzt. Viele intelligente und wegweisende Konzepte für nachhaltige Bauweisen existieren bereits. Im Buch „Houses That Can Save the World“ wurden viele dieser inspirierenden Ansätze gesammelt. 
Im zweiten Buch vor Ort wird die Diskussion über nachhaltiges Bauen auf einer anderen Ebene geführt. “Verbietet das Bauen” beschäftigt sich mit Ansätzen wie bezahlbarer Wohnraum im urbanen Raum geschaffen werden kann, ohne neu zu bauen. Am Ende des Buches werden 100 Werkzeuge aufgezeigt, wie dies gelingen kann.  

Und so kommst du ins Stöbern:  

  1. Finde das grüne Fahrrad mit der “Baut keinen Scheiß”- Box. Die Box lässt sich mit dem Code 123 oder 000 öffnen.
  2. Nimm dir die beiden Bücher heraus. 
  3. Blätter durch die beiden Bücher und suche nach Konzepten, die dich inspirieren  
  4. Wenn du auf eine neue Idee oder einen neuen Blickwinkel gestoßen bist, reiß dir jeweils die entsprechende Seite aus dem Buch aus (lass gerne noch Ideen für andere Teilnehmende übrig). 
  5. Lege die Bücher zurück in die wasserdichte Verpackung und verschließe den Kasten wieder. 

Nimm dir deine Seiten mit nach Hause – eventuell kannst du die ein oder andere Idee ja bei deiner Arbeit oder deinem Wohnumfeld integrieren. Teile deine Ansichten rund um den angestoßenen Diskurs “Wo beginnt Nachhaltigkeit im Bauwesen?” mit uns im Kontaktformular unten auf dieser Seite.  

Infos

Baujahr:
2011-2013 

Standort: 
Am Inselpark 17 
21109 Hamburg 

Nutzung: 
Mehrfamilienhaus

Architekturbüro:
SPLITTERWERK, Label für Bildende Kunst, Graz 
Arup GmbH, Berlin 
B+G Ingenieure, Frankfurt  

Immosolar GmbH, Hamburg 

SSC Strategic Science Consult GmbH, Hamburg 

Bauweise: 
Passivhaus in Massivbauweise, Gebäudehülle als Wärmedämmverbundsystem, vorgehängte Bioreaktorfassade, zusätzliche Versorgung über Erdwärme sowie eine Gas-Brennwertanlage 

Materialien: 
Beton, WDVS, Glas 

Das Algenhaus oder BIQ (= Bio-Intelligenz-Quotient) wurde im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) in der Reihe „Smart Material Houses” realisiert. Im Fokus stand die Entwicklung neuer und intelligenter Baustoffe und Bauteile, welche dynamisch auf Veränderungen reagieren können.  

Beim Algenhaus wurde sich auf eine Fassade mit Bioreaktoren fokussiert. Die Fassade kann sowohl Photosynthese als auch Solarthermie nutzen, um Biomasse und Wärme zu erzeugen. Sie besteht aus doppelwandigen Glasplatten, den sogenannten Solarleafs, die auf einer Fläche von etwa 200 m² an der Südwest- und Südostfassade platziert sind. In diesen Glasplatten wurden Mikroalgen gezüchtet. Die Algen-Biomasse konnte in der hausinternen Biogasanlage zur Energiegewinnung genutzt und das nicht von den Algen verwendete Licht von der Fassade absorbiert und in Wärme umgewandelt werden. Die gewonnene Energie wurde während des Betriebs entweder direkt für die Warmwasseraufbereitung und fürs Heizen verwendet oder im Erdreich zwischengespeichert. Das Energiekonzept des BIQ vereinte damit Solarthermie, Geothermie, einen Brennwertkessel, Nahwärme und die Gewinnung von Biomasse an der Bioreaktorfassade zu einem Kreislauf. 

Außerdem bietet eine Algen-Fassade zusätzliche Vorteile wie Lärmminderung, Verbesserung des Wärmeschutzes und Sonnenschutz. [1, 2] 

Obwohl die Fassade des Algenhauses heute aus verschiedenen Gründen wie rechtlichen Vorschriften, korrodierten Reaktoren und verstopften Leitungen nicht mehr in Betrieb ist, bleibt sie ein mutiges Beispiel für neue und kreative Lösungen, die für die Bau- und Energiewende unerlässlich sind. Das Technologieunternehmen SSC Strategic Science Consult GmbH, das maßgeblich an der Entwicklung der Bioreaktorfassade beteiligt war, hat aus den gewonnenen Erkenntnissen gelernt und vertreibt seit 2019 eine optimierte Bioenergiefassade für große Fassadenflächen. [3, 4] 

Damit das Haus seine internationale Schubkraft künftig weiter ausbauen kann, unterstützt die Bundesregierung Kampnagel und das Bündnis der Produktionshäuser mit erheblichen Mitteln. Claudia Roth (Grüne), Zeit Online [4] 

Das Gebäude ist in Hamburg unter dem Namen “BIQ” oder “Das Algenhaus” bekannt, während das Architekturbüro SPLITTERWERK dem Gebäude den Namen “The Clever Treefrog” gegeben hat.

Deine Einreichung

Hier kanst du deine Eindrücke vom Ort, der Aktion und unseren Inhalten mit uns teilen. Mache bspw. gerne Fotos vor Ort von Dingen die die dich bewegen. Wir sammeln alle Einreichungen und werden diese zum Ende des Hamburger Architektursommers in der qvartr Gallery in Altona als Abschlussveranstaltung des Projektes 'Baut keinen Scheiß' am Wochenende 28.07.-30.07.2023 ausstellen. Für deine Einreichungen kannst du dir am Ausstellungswochende eine Überraschung abholen! Stay tuned
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